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Wandgestaltungsideen: Alte Tapeten überstreichen

Zeit für einen Tapetenwechsel? Wenn du dich an tapezierten Wänden sattgesehen hast, musst du die alte Wandbekleidung im Rahmen neuer Gestaltungsmaßnahmen nicht zwingend entfernen.

Manchmal ist das Überstreichen eine bessere Option. Was du dazu wissen solltest, steht hier:

Alte Tapeten überstreichen: Welche Tapetenarten du wie streichen kannst

Ob hinter dem Bett, an der Schlafzimmerdecke oder im Bereich der Wohnzimmerwände: Mit Tapeten kannst du deiner Kreativität in sämtlichen Räumen freien Lauf lassen.

Seit der reinen Papiertapete hat sich einiges getan. Sowohl hinsichtlich der Struktur als auch im Hinblick auf das Design wächst das Tapetensortiment stetig, sodass du für jedes Gestaltungsvorhaben passende Modelle findest.

Dabei entscheiden die Materialzusammensetzung und Oberflächenbehandlung, wie anpassungsfähig Tapeten nach dem Tapezieren bleiben. Unterschieden werden in diesem Zusammenhang vor allem

  • Raufasertapete, die eine gekörnte Oberfläche aufweist und aus mehreren Papierlagen mit eingearbeiteten Holzfasern besteht.
  • Vliestapete, die Zellulose, Textilfasern und Polyester enthält.
  • Vinyltapete, die sowohl als Papier- als auch Vliestapete erhältlich ist und eine kunststoffbeschichtete Oberfläche hat.
  • Glasfasertapete, die aus mineralischen Rohglas-Garnen besteht.

Jede der genannten Tapetenarten hat ihre Vor- und Nachteile

Vliestapeten sind beispielsweise sehr reißfest. Vinyl- sowie Glasfasertapeten sind wasserabweisend und Papiertapeten wie die Raufasertapete sind gut für das Raumklima.

Dabei bieten sie einen weiteren Vorzug: Sie sind anpassungsfähig. Sie lassen sich zum Beispiel mit anderen Tapeten übertapezieren oder alternativ dazu überstreichen.

Tatsächlich ist der Anstrich bei dieser Tapetenart sogar vorgesehen. Denn frisch tapezierte Wände sind bei diesen Modellen zunächst grau. Unbeschichtete Vlies- und auch Glasfasertapeten können demgegenüber farbig sein, aber verhalten sich ähnlich, was das Überstreichen betrifft.

Bei Vinyltapeten ist ein Anstrich dagegen nur mit Spezialfarbe möglich. Wirklich empfehlenswert ist das Streichen bei dieser Tapetenart nicht.

Glasfaser-, Raufaser- und Vliestapeten: Worauf du beim Streichen achten solltest

tapeten überstreichen

Grundsätzlich überstehen Glasfaser-, Vlies- und Raufasertapeten mehrere Anstriche, wenn gründlich tapeziert wurde. Dabei kannst du die drei Tapetenarten mit so gut wie allen Innenfarben streichen.

Willst du allerdings einer bereits gestrichenen Tapete ein neues Gesicht geben, wählst du am besten dieselbe Art Farbe für den Neuanstrich aus. Dadurch sorgst du für optimale Haftung.

Auch eine Vorbehandlung der tapezierten Wände mit Sperrgrund kann zu diesem Zweck hilfreich sein. Wie viel Farbe du zum Streichen benötigst, hängt dabei stets vom Tapetenmaterial ab.

Im Gegensatz zu Glas- und Raufaser-Modellen saugen Vliestapeten mehr, sodass du viel Farbe auftragen musst. Achtung bei Muster- und Fototapeten, denn bei diesen Modellen schimmert das Design bei unzureichendem Farbauftrag durch den Neuanstrich hindurch.

Daher greifst du bei solchen Tapeten am besten zu einer Wandfarbe mit möglichst hoher Deckkraft.

Experten-Tipp zum Überstreichen von Muster- und Fototapeten Glasfaser- und Vliestapeten lassen sich leichter wieder von Wänden entfernen als Raufasertapeten.

Falls du Modelle mit Mustern oder Fotos in besonders kräftigen Farben zu überstreichen planst, ist davon eher abzuraten. Entfernst du die Tapete oder übertapezierst sie, so kostet dich das in diesem Fall weniger Zeit und Nerven als das Streichen.

Denn je kräftiger das Muster, desto öfter wirst du malern müssen, damit die Farbe deckt.

Vinyltapeten: Wieso du sie lieber entfernen als überstreichen solltest

Anders als die Glasfaser-, Vlies- und Papiertapeten sind Vinyltapeten nur schwer zu überstreichen. Denn eine glatte oder strukturierte Schicht aus Polyvinylchlorid sitzt auf ihrem Trägermaterial.

Dadurch ist ihre Oberfläche wasserabweisend und kann Wandfarben auf Wasserbasis nicht annehmen. Theoretisch hält Latexfarbe auf dem Material. Allerdings ist die Wand anschließend doppelt versiegelt und relativ schimmelanfällig.

Lieber raust du die Oberfläche der Tapete zur Minimierung des Schimmelrisikos auf und streichst im Anschluss daran mit Dispersionsfarbe.

Weil die Tapete bei diesem Vorgehen ohnehin ihre wasserabweisenden Eigenschaften verliert, kannst du sie theoretisch auch gleich entfernen. Der Vorteil: Du startest in diesem Fall völlig frisch und bist bei der Gestaltung der Wände absolut frei.

Unabhängig von der Tapetenart: Wann du tapezierte Wände nicht streichen solltest

Es gibt einige Tests, die dir unabhängig von der Tapetenart verraten, wie sinnvoll ein Neuanstrich von tapezierten Wänden ist. Fahre zunächst mit der Hand über die Wand.

Sollten an deinen Fingern Farbpigmente hängenbleiben, verträgt die Tapete keinen weiteren Anstrich. Du entfernst sie in diesem Fall lieber. Wenn deine Hand dagegen sauber bleibt, ist ein Neuanstrich eher denkbar.

Prüfe vor dem Malern zudem, ob die Tapete an allen Stellen festsitzt. Vor allem die Ecken und Übergänge zu Fenstern und Türen sind nach gewisser Zeit oft lose.

Wenn sich lediglich einige kleinere Stellen abgelöst haben, befestigst du sie vor dem Neuanstrich mit Tapetenkleister. Bei großflächig abgelösten Bereichen solltest du die Tapete entfernen.

Denn beim Streichen wird sie sich noch weiter lösen. Übrigens solltest du auch dann nicht streichen, wenn die Wände bereits mehr als zwei Mal tapeziert wurden. Schneide zur Prüfung mit einem Cuttermesser eine verdeckte Wandstelle an.

Erkennst du mehr als zwei Tapetenschichten, die übereinander liegen? Dann lasse das Streichen lieber sein.

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